Notkochen mit tragbarem Gas bei Stromausfall

Kochen mit einem tragbarer Gasherd ist eine hervorragende Notfalllösung bei einem Stromausfall. Es ist effizient, bei richtiger Anwendung relativ sicher und vermittelt ein Gefühl der Normalität.

Hier finden Sie eine umfassende Anleitung zum Kochen im Notfall mit tragbarem Gas, mit Schwerpunkt auf Sicherheit, Einrichtung und bewährten Vorgehensweisen.

Auswahl Ihrer tragbaren Gasherdausrüstung

Für das mobile Kochen mit Gas stehen Ihnen zwei Hauptoptionen zur Verfügung:

  • Tragbarer Butankocher: 
    • Vorteile: Schlank, leicht, oft in einer Einheit erhältlich. Butankartuschen sind preiswert und leicht erhältlich.
    • Nachteile: Bei niedrigen Temperaturen (unter 10 °C) nimmt die Leistung von Butan deutlich ab. Die Kartuschen sind zum einmaligen Gebrauch bestimmt und müssen ordnungsgemäß gelagert werden.
  • Tragbarer Propanherd/Brenner: 
    • Vorteile: Propan funktioniert bei allen Temperaturen effizient. Sie können größere, nachfüllbare Tanks (z. B. 20-Pfund-Grilltanks) mit einem Adapterschlauch verwenden, was bei längeren Ausfällen wirtschaftlicher ist.
    • Nachteile: Die Kocher sind oft sperriger. Die Tanks sind größer und benötigen mehr Lagerraum.

Urteil: Für die meisten Notfallausrüstungen für den Heimgebrauch ist ein tragbarer Propankocher mit zwei Brennstoffen ist aufgrund seiner Allwettertauglichkeit die robusteste und zuverlässigste Wahl.

Wichtige Sicherheitsregeln: NICHT VERHANDELBAR

Dies ist der wichtigste Abschnitt. Die Risiken sind Kohlenmonoxidvergiftung (CO) und Feuer.

  • NUR IM FREIEN:Verwenden Sie einen tragbaren Gasherd niemals in Innenräumen, einer Garage, einem Schuppen oder einem anderen geschlossenen oder teilweise geschlossenen Raum. Dies ist die wichtigste Regel.
    • Warum: Diese Öfen verbrauchen Sauerstoff und produzieren Kohlenmonoxid (CO)– ein farb- und geruchloses, tödliches Gas. Es kann Sie und Ihre Familie im Schlaf töten.
  • Suchen Sie einen sicheren Standort im Freien:
    • Verwenden Sie es unter einer überdachten Veranda, einem Carport oder einem gut belüfteten Pavillon und stellen Sie sicher, dass mindestens zwei Seiten offen sind.
    • Wenn keine Überdachung vorhanden ist, schaffen Sie einen einfachen Windschutz, schließen Sie den Bereich jedoch niemals ab.
    • Halten Sie es von Fenstern und Türen fern, durch die Abgase ins Haus zurücksickern könnten.
  • Stabiler Untergrund: Stellen Sie den Ofen auf eine ebene, stabile und nicht brennbare Oberfläche (z. B. eine Betonterrasse oder einen stabilen Gartentisch). Niemals auf ein Holzgeländer oder einen wackeligen Picknicktisch.
  • Abstand zu brennbaren Stoffen: Halten Sie mindestens einen Meter Abstand zu allem, was brennen kann – Verkleidungen, überhängende Äste, Papier, Vorhänge.
  • Feuerlöscher: Haben Sie eine Feuerlöscher der Klasse B (brennbare Flüssigkeiten/Gase) und der Klasse K (Küchenbrände) Halten Sie außerdem einen Deckel bereit, um Pfannenbrände zu ersticken.
  • Auf Lecks prüfen: Überprüfen Sie vor dem ersten Gebrauch und regelmäßig die Anschlüsse. Tragen Sie eine Seifenlauge auf den Schlauch und den Regler auf. Wenn Blasen entstehen, liegt ein Leck vor.
tragbare Gas-Butangaskanister

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kochen im Notfall

  1. Bauen Sie Ihre “Outdoor-Küche” zusammen:
    • Stellen Sie an Ihrem gewählten sicheren Ort einen stabilen Tisch auf.
    • Stellen Sie den Herd auf den Tisch.
    • Halten Sie alle Zutaten, Kochgeschirr und Utensilien bereit, um die Anzahl der Gänge zum Rein- und Rausgehen zu minimieren.
  2. Den Kraftstoff anschließen:
    • Bei einem Butankocher: Schieben Sie die Kartusche in das Fach und verriegeln Sie sie gemäß den Anweisungen des Herstellers.
    • Bei einem Propangaskocher: Schließen Sie den Kocher an die Propangasflasche an und stellen Sie sicher, dass das Ventil dicht ist. Öffnen Sie das Propangasflaschenventil langsam.
  3. Den Ofen anzünden:
    • Beachten Sie die Anzündhinweise des Herstellers. Manche verfügen über eine Piezozündung (Klicker), andere benötigen ein Feuerzeug oder Streichholz mit großer Reichweite.
    • Wenn es nicht sofort zündet, schalten Sie es aus, warten Sie, bis das Gas verdunstet ist (ein oder zwei Minuten), und versuchen Sie es erneut.
  4. Kochen:
    • Verwenden Sie stabile Töpfe und Pfannen mit flachem Boden. Vermeiden Sie hohe, dünne Töpfe, die leicht umkippen können.
    • Halten Sie Töpfe mit einem Deckel bedeckt, um das Essen schneller zu garen und Brennstoff zu sparen.
    • Um Gas zu sparen, lassen Sie es köcheln, anstatt es kräftig kochen zu lassen.
  5. Abschalten:
    • Drehen Sie den Herdknopf auf die Position “Aus”.
    • Für Propan: Schließen Sie das Ventil an der Propangasflasche. Dadurch kann das im Schlauch vorhandene Gas verbrennen, was das spätere Abtrennen sicherer macht.
Tragbarer Gasherd

Kraftstofflagerung und -management

  • Rotieren Sie Ihren Bestand: Lassen Sie Kraftstoff nicht jahrelang stehen. Verwenden Sie ihn und ersetzen Sie ihn. Kennzeichnen Sie das Kaufdatum auf den Kanistern.
  • Richtig lagern: Lagern Sie Kraftstoffkanister an einem kühlen, trockenen Ort, fern von direkter Sonneneinstrahlung und Wärmequellen. Lagern Sie sie möglichst nicht in Innenräumen. Ein freistehender Schuppen oder eine gut belüftete Garage ist besser geeignet.
  • Berechnen Sie Ihren Bedarf: Eine Standard-Butangaskartusche mit 473 ml Fassungsvermögen bietet bei hoher Leistung eine kontinuierliche Brenndauer von etwa 1,5 bis 2 Stunden. Eine 9 kg Propangasflasche bietet eine Brenndauer von über 18 bis 20 Stunden. Planen Sie Ihre Notfallmahlzeiten entsprechend.

Was man während eines Stromausfalls kochen kann

Konzentrieren Sie sich auf einfache Eintopfgerichte, die nur wenig Wasser und Brennstoff benötigen.

  • Wasser kochen: Für Instantkaffee, Tee, Haferflocken, dehydrierte Mahlzeiten oder Cup-Nudeln.
  • Konserven: Erwärmen Sie Dosensuppen, Eintöpfe, Bohnen und Chili.
  • Einfache Nudeln/Reis: Nudeln oder Reis kochen und mit einer Dosensauce vermischen.
  • Vorgekochte Speisen aufwärmen: Wenn Ihr Kühlschrank noch kalt ist, kochen und essen Sie diese Dinge zuerst.
  • MREs (Mahlzeiten zum Verzehr bereit): Diese sind selbsterhitzend und erfordern kein Kochen, aber ein Herd bietet Ihnen mehr Möglichkeiten.

Checkliste für den Notfallkoffer

  • Tragbarer Gasherd (Propan empfohlen)
  • Propangasflaschen und/oder Butangaskanister (mindestens für 3 Tage)
  • Schlauch/Regler (falls für Propan erforderlich)
  • Feuerzeug mit großer Reichweite oder wasserfeste Streichhölzer
  • Stabiles Kochgeschirr mit schwerem Boden und Deckel
  • Feuerlöscher der Klasse B/C
  • Hitzebeständige Handschuhe
  • Grundlegende Utensilien und ein Dosenöffner
  • Ein Plan für Ihren sicheren Outdoor-Kochplatz

Wenn Sie diese Richtlinien befolgen, wird ein tragbarer Gaskocher zu einem unglaublich wertvollen und sicheren Hilfsmittel, um bei einem stressigen Stromausfall warme Mahlzeiten und stärkende Getränke bereitzustellen. Bleiben Sie sicher und achten Sie immer auf die Belüftung.

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